Blauwasser, Langstreckenfahrten, Monate auf See, Weltumseglung. Welcher Bootsbesitzer träumt nicht auch von solchen Abenteuern?
Für die meisten von uns bleibt es bei kürzeren Unternehmungen. Allen “nautischen Weltenbummler” gemeinsam ist die große Abhängigkeit vom Wetter. Trotz neuster Techniken bleibt die richtige Einschätzung des Wetters an Bord keine einfache Sache.
Wo finde ich das Maritime Mobil Net ?
Im 20 Meter Amateurfunkband, bei ca. 14.313 khz, Modulationsart USB (oberes Seitenband). Funkverkehr findet täglich ab 16:30 UTC statt, das ist:
-zu unserer Sommerzeit um 18.30 Uhr
-zu unserer Winterzeit um 17.30 Uhr
Neben den Wetterinformationen können die Funkverbindungen insbesondere bei Bootshavarien und medizinischen Notfällen extrem wichtig werden. Auch der letzte Standort einer vermissten Yacht läßt sich anhand der letzten Positionsmeldung zumindest eingrenzen.
Wie kann ich den Funkverkehr empfangen?
Der Funkverkehr erfolgt unverschlüsselt und darf ohne besondere Genehmigung empfangen werden. Benötigt wird ein Kurzwellenempfänger/ Weltempfänger mit der Möglichkeit des Einseitenbandemfanges (SSB). Einfache Geräte gibt es bereits für unter 200 EUR, beispielsweise der Weltempfänger Sangean ATS 909. In der Klasse bis 500 - 750 EUR sind qualitativ hochwertige Kurzwellenempfänger erhältlich. Neben dem Maritime-Mobile-Net empfangen Sie dann noch viele andere Amateurfunkbänder und den gesamten Rundfunk auf Kurzwelle. Für den Kurzwellenempfang gibt es beim DARC ebenfalls einen eigenen Bereich und auf der Internetseite entsprechendes Informationsmaterial.
Gibt es noch weitere Empfangsmöglichkeiten?
Ab ca. 19:00 UTC findet sich auf 14.297 khz das Italien Maritime Mobil Net in Englisch. Ab 01:30 UTC beginnt das Pacific Island Net auf 14:135 khz, für deutschsprachige Segler im Pazifik.. |
|
Die Lösung - Kurzwellenfunk
Viele Yachtbesitzer sind gleichzeitig lizensierte Funkamateure und haben eine Funkanlage an Bord ihres Schiffes. Es liegt deshalb nahe, Wetterinformationen und Positionsdaten untereinander auszutauschen. Auf diesem Wege entstand vor einigen Jahren das Maritime-Mobile-Net. Täglich trifft man sich auf Kurzwelle im 20 Meter oder 40 Meter Amateurfunkband. Eine Leitstation aus Deutschland gibt einen allgemeinen Überblick zum Wettergeschehen und beantwortet Fragen zu einzelnen Gebieten. Hierbei kann auf Wetterinformationen aus Satelittenbildern, Internet, Wetterfax und vielen anderen Quellen zugegriffen werden. Betrieben wird das Funknetz von INTERMAR Amateur-Seefunk e.V. Auf dessen Internetseite finden finden sich neben dem Funkkontakt zu Yachten noch zahlreiche weitere Funktionen wie Positionsreport, Yachtemail und anderes. Ein Besuch bei INTERMAR Amateur-Seefunk e.V. lohnt für jeden Skipper.
Ich habe schon mal ins Maritime Mobil Net reingehört, warum kann ich nicht alle Stationen empfangen?
Auf Kurzwelle breiten sich die Funkwellen durch die (mehrfache) Reflexion an der Erd-, Wasseroberfläche sowie an Luftschichten in mehreren Kilometern Höhe aus. Wer sich beispielsweise "nur" 150 km von der gerade sendenden Station befindet, hört in dieser "toten Zone" auf Kurzwelle je nach Amateurfunkband nichts. Weit entfernte Stationen können in unterschiedlicher Qualität empfangen werden. Hinzu kommt, dass die Ausbreitung auf Kurzwelle einem mehrjährigen Zyklus unterliegt.
Ich würde gerne selbst am Amateurfunk teilnehmen, was muss ich tun?
Grundvoraussetzung ist eine entsprechende Amateurfunklizenz. Informieren sich über die faszinierenden Möglichkeiten des Hobbies Amateurfunk am besten beim DARC , Deutscher Amateur-Radio-Club e.V. In ganz Deutschland gibt es Ortsverbände, Interessierte und Gäste sind bei Clubabenden willkommen. Auch werden regelmäßig Kurse zur Erlangung der Amateurfunklizenz lokal angeboten. Alle Informationen und Adressen finden Sie unter: Deutscher Amateur-Radio-Club e.V
|